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So zähmen Sie den inneren Schweinehund

In meinen Trainings und Workshops erlebe ich immer wieder Klagen darüber, dass Vorhaben, die in Meetings oder in Personalgesprächen vereinbart wurden, gescheitert sind. Das kann mehrere Gründe haben: unrealistische Ziele, veränderte Rahmenbedingungen, Zieldiktat statt Zielvereinbarung... Häufig handelt es sich hier aber auch um den sogenannten „Inneren Schweinehund“, der danach trachtet, Vorhaben zu sabotieren.

Er meldet sich, wenn sich etwas ändern soll: Keller aufräumen? Heute nicht! Mit dem Fahrrad zur Arbeit? Morgen ist auch noch ein Tag! Veränderungen sind dem inneren Schweinehund ein Gräuel, besonders gerne torpediert er gute Vorsätze, wie jene zum Jahreswechsel, und gibt erst dann Ruhe, wenn der gewohnte Zustand wiederhergestellt ist. Faulheit statt Fitness, Döner statt Diät, Spielen statt Sport. 

Auch im Geschäftsleben ist der innere Schweinehund aktiv und warnt vor Veränderungen. Seine Hauptwaffe sind hemmende Glaubenssätze, die blockieren und unsichtbare Fesseln anlegen. „Das schaffen wir nie!“, „Als Frau bin ich für eine Führungsaufgabe völlig ungeeignet.“, „Männer sind sprachlich ohnehin untalentiert.“ Schweinehunde in Unternehmen suchen gierig die Büros nach Veränderungsfutter ab. Oft raunen sie einem ins Ohr: „Schon wieder neue Aufgaben? Ich kann mich nicht so schnell an neue Dinge gewöhnen.“

Der Schweinehund liebt die Aufschieberitis getreu dem Motto: Was Du heute kannst besorgen, verschiebe ruhig auf übermorgen. Jeder kennt den inneren Schweinehund, er behindert, bremst, lockt oft mit kurzfristigen Vorteilen und verschleiert die langfristigen Nachteile. 

Nichts Neues wagen?

Wir alle haben im Laufe unseres Lebens Verhaltensweisen oder Gewohnheiten entwickelt, die uns in die Lage versetzen, Dinge automatisch und routiniert zu tun. Dafür ist der „Autopilot" zuständig. Er entlastet unseren „Arbeitsspeicher“. Das gilt für Tätigkeiten wie Autofahren oder Schwimmen ebenso wie beispielsweise für kommunikative Verhaltensweisen, die wir im Zusammenleben „wie programmiert“ abrufen. Das Gehirn liebt Vereinfachungen und verallgemeinernde Abkürzungen. Der „Arbeitsspeicher“ wird also entlastet und der Energieaufwand reduziert. Da das Gehirn nur einen Bruchteil der aufgenommenen Umgebungsreize bewusst verarbeiten kann, konzentriert sich unser Denkorgan auf Signale, die unseren Erwartungen und Interessen entsprechen. Der innere Schweinehund ist stets zu Diensten bei der Abwehr neuartiger Ereignisse, alles soll so bleiben wie es ist.

Wir alle brauchen Faustregeln, sie bieten Orientierung und können uns vor Gefahren schützen. Der Schweinehund hat – so gesehen – auch eine Schutzfunktion. Wir müssen allerdings auch erkennen, dass eingefahrene Verhaltensweisen, die zum Zeitpunkt ihres Entstehens sinnvoll waren, nun – unter veränderten Gegebenheiten – Entwicklungen behindern und zu irrealen Trugbildern werden. So betrachtet erscheint Changemanagement im Business als eine äußerst anspruchsvolle Herausforderung. Wer im Betrieb etwas verändern will, kommt nicht darum herum, auch mit dem inneren Schweinehund zu rechnen.

Schweinehunde im Business – und wie lassen sie sich zähmen?

Wir sind keine Sklaven der Biologie. Von daher können wir lieb gewordene Verhaltensmuster ablegen und Gewohnheiten verändern. Unser Verhalten wird von unseren Emotionen gesteuert, wobei wir versuchen, negative Gefühle zu vermeiden. Um motiviert zu sein, benötigen wir ein Ziel, eingebettet in einen Aktivitätsplan, der das Wann, Wo und Wie genau beschreibt. Damit der Vorsatz gelingen kann, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Der Nutzen des neuen Verhaltens muss größer sein als das bisherige Verhaltensmuster und die Motivation sollte aus eigenem Antrieb erfolgen. Wer dem Drängen anderer nachgibt, dem mangelt es oft an Durchhaltevermögen. Wer „intrinsisch“ motiviert ist, also nach der eigenen Auffassung handelt, hat deutlich bessere Chancen, den inneren Schweinehund zu zähmen. Hier sind Führungskräfte in der Verantwortung, denn es zählt zu ihrer Aufgabe, die Mitarbeiter vom Nutzen einer Veränderung zu überzeugen. Das mag mühsam und zeitaufwendig sein. Mitarbeiter mit ins Boot zu holen ist jedoch der erfolgreichste Weg. Der Schweinehund verkrümelt sich ins Körbchen. 

Um es Menschen zu erleichtern, neue Verhaltensweisen nach Verkaufstrainings in der Praxis auch wirklich anzuwenden und dort dauerhaft zu verankern, haben wir bei VBC den „Inneren-Schweinehund-Überwinder“ schon seit Jahren erfolgreich in unseren Trainings etabliert. Sein Erfolgsgeheimnis verraten wir Ihnen gerne im persönlichen Dialog.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr
Bernd Erhardt

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